In einer hochdramatischen und bis zur letzten Sekunde umkämpften Partie haben sich die Fischtown Pinguins Bremerhaven am heutigen Abend bei den Adler Mannheim einen verdienten Zähler gesichert. Trotz starker Leistung und mehreren Großchancen in der Schlussphase mussten sich die Norddeutschen am Ende in der Verlängerung knapp mit 3:4 geschlagen geben.
Nach dem ersten Drittel untermauerte zunächst auch die Torschussstatistik von 14:7 die optische Überlegenheit der Adler Mannheim. Bereits in der 2. Minute sorgte Matthias Plachta per „wrap around“ für die erste Aufregung vor dem Tor der Gäste. Nach einer weiteren Gelegenheit durch Mättinen prüfte Philipp Bruggisser Gäste-Keeper Jake Hildebrand mit einem Schlagschuss. In der Folge häuften sich die Chancen der Hausherren: Aus aussichtsreicher Position scheiterten Solow, Calce und Brown jedoch am stark reagierenden Leon Hungerecker im Tor der Norddeutschen. Ab der 15. Minute fanden die Pinguins besser ins Spiel und erzeugten bei einer angezeigten Strafe sowie im anschließenden Powerplay Druck auf das Tor der Gastgeber. Der Führungstreffer blieb jedoch den Adlern vorbehalten: Marc Michaelis verwertete in der 19. Minute (18:52) ein Zuspiel von Mättinen zur nicht unverdienten 1:0-Pausenführung.
Im zweiten Spielabschnitt präsentierte sich die Mannschaft von Trainer Alexander Sulzer von ihrer besten Seite. In einer temporeichen Phase mit wenigen Unterbrechungen boten die Fischtown Pinguins den zahlreichen mitgereisten Fans aus Bremerhaven beste Unterhaltung. Mannheims Torhüter Jake Hildebrand geriet zunehmend unter Druck, zeichnete sich mehrfach aus und hatte bei der einen oder anderen Gelegenheit auch das nötige Scheibenglück auf seiner Seite. Als Matthew Abt in der 27. Minute wegen Beinstellens auf die Strafbank musste, glänzte zunächst Pinguins Keeper Hungerecker im Unterzahlspiel und durfte kurz darauf miterleben, wie seine Mannschaftskameraden in eigener Unterzahl den Ausgleich erzielen konnten. Andy Miele hatte sich die Scheibe erkämpft und bediente mit einem präzisen Pass den mitgelaufenen Christian Wejse, der Hildebrand im Adlerhorst zum 1:1-Ausgleich keine Chance ließ. Auch in der Folge blieben die Seestädter das spielbestimmende Team und belohnten sich in der 38. Spielminute: Direkt nach einem gewonnenen Anspiel von Alex Broadhurst markierte C.J. Smith mit seinem ersten Saisontreffer die verdiente 2:1-Führung. Mit diesem Ergebnis ging es schließlich in die zweite Drittelpause.
Im Schlussabschnitt entwickelte sich von Beginn an ein offener Schlagabtausch. Nach dem zwischenzeitlichen Ausgleich durch Mättinen (48:30) gewannen die Hausherren spürbar an Aufwind. Eine Überzahlsituation nutzte kurz darauf Marc Michaelis, um die Adler nach einer Strafe gegen Christian Wejse erneut in Führung zu bringen (51:33). Die Pinguins zeigten jedoch Moral und bewiesen eiskalte Effizienz: Nur 45 Sekunden später traf Miha Verlič mit dem erst zweiten Bremerhavener Torschuss des Drittels zum erneuten 2:2-Ausgleich. In den Schlussminuten drängten die Seestädter sogar auf den Sieg in der regulären Spielzeit. Sowohl Nino Kinder als auch Eugen Alanov hatten den Siegtreffer auf dem Schläger, scheiterten jedoch am gut aufgelegten Adler-Keeper Jake Hildebrand, der sein Team gemeinsam mit Hilfe des Torpfosten in die Verlängerung rettete.
In der Overtime erarbeiteten sich beide Mannschaften Möglichkeiten. Während Kinder auf Seiten der Bremerhaven und Matthias Plachta für Mannheim ihre Chancen nicht nutzen konnten, fiel die Entscheidung kurz vor dem Ende: 22 Sekunden vor dem Ertönen der Sirene erzielte Justin Schütz nach Vorarbeit von Lukas Reichel den entscheidenden Treffer zum 4:3 für die Gastgeber.
Trotz der knappen Niederlage in Overtime treten die Pinguins nach einer rundum überzeugenden Mannschaftsleistung nicht mit leeren Händen die Heimreise an. Die Chance auf die volle Punkteausbeute bietet sich bereits am kommenden Sonntag, wenn die Norddeutschen die Straubing Tigers auf heimischem Eis empfangen.
Mannschaftsaufstellungen:
Adler Mannheim: Tor: Hildebrand, Franzreb; Verteidigung: Renouf, Mattinen; Kälble, Gawanke; Poirior, Gilmour;Nieleck; Sturm: Schütz, Michaelis, Macek; Plachta, Brown, Greco; Kühnhackl, Calce, Reichel, Heim, Esposito, Solow;
Trainer: Dallas Eakins, Curt Fraser, Marcel Goc;
Fischtown Pinguins: Tor: Hungerecker, Strasen; Verteidigung: Hirose, Bruggisser; Abt, Byström; Sturm: Smith, Verlic, Alanov; Conrad, Miele, Washkurak; Görtz, Wejse, Tuomie; Broadhurst, Friesen, Kinder;
Trainer: Alexander Sulzer, Marian Bazany;
Endergebnis: 4:3 OT (1:0/0:2/2:1/1:0)
Tore:
1:0 (18:52) Michaelis, Mättinen, Renouf; EQ
1:1 (28:50) Wejse. Miele, Verlic; SH 1
1:2 (38:02) Smith, Broadhurst, EQ
2:2 (48:30) Mattinen, Greco, Plachta; EQ
3:2 (51:33) Michaelis, Gawanke, Solow PP1
3:3 (52:18) Verlic, Alanov, Smith; EQ
4:3 (64:38) Schütz, Reichel, Gawanke EQ-EA
Strafen:
Mannheim: 4 Bremerhaven: 4
Schiedsrichter: Andris Ansons, Assi Salonen ; Linesmen: Dr. Kai Jürgens, Hannu Sormunen;
Zuschauer: 12 052


